Die richtige Hufpflege im Winter: So unterstützen Sie Ihre Pferde
Pferdehufe sind grundsätzlich gut an kalte Temperaturen angepasst. Dank der guten Durchblutung und dem isolierenden Hufhorn schützen sie die Tiere ausreichend vor Kälte. Doch die zunehmend feuchten Winter und moderne Haltungsbedingungen stellen die Hufe vor neue Herausforderungen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Pferde effektiv unterstützen und deren Hufe gesund halten.
Die Herausforderungen für Hufe im Winter
Nässe und Matsch: Vermatschte Paddocks weichen das Hufhorn auf, wodurch es anfälliger für Keime aus Urin und Kot wird.
Bewegungsmangel: Weniger Bewegung und fehlender Weidegang im Winter reduzieren die Durchblutung, was das Hufwachstum hemmt.
Gefrorene Böden: Kalte und rutschige Untergründe erhöhen das Verletzungsrisiko und belasten die Hufe.
Bewegung auf sauberen, rutschfesten Böden
Bewegung ist essenziell, um die Hufe gesund zu halten. Bieten Sie Ihren Pferden deshalb auch im Winter ausreichend Möglichkeiten zur Aktivität:
Abwechslungsreiche Ausritte: Geländeritte und Trainingseinheiten an der Longe fördern die Durchblutung und das Hufwachstum.
Trockene Paddocks: Sorgen Sie für saubere und rutschfeste Bodenflächen. Ein Dreischicht-System mit Paddockplatten leitet Niederschläge ab, verhindert Bodenverdichtung und schützt vor Vereisung.
Flexible Lösungen: Für temporär genutzte Bereiche wie Futterplätze können Paddockmatten ohne Unterbau direkt auf den Mutterboden verlegt werden.
Regelmäßige Hufreinigung
Die Reinigung der Hufe ist im Winter besonders wichtig:
Vor und nach dem Auslauf: Kratzen Sie die Hufe aus, um Dreck und Keime zu entfernen.
Schlamm entfernen: Bei stark verschmutzten Hufen verwenden Sie eine Wurzelbürste und Wasser.
Strahl kontrollieren: Achten Sie auf Anzeichen von Strahlfäule und handeln Sie frühzeitig.
Pflegeprodukte für gesunde Hufe
Pflegemittel können helfen, Hufe elastisch und widerstandsfähig zu halten:
Hufbalsam und Hufgel: Diese Produkte schützen vor Spannungsrissen und fördern die Durchblutung. Natürliche Inhaltsstoffe wie Rosmarin oder Thymian wirken antibakteriell und entzündungshemmend.
Lorbeeröl: Bei regelmäßiger Anwendung kann es das Hufwachstum fördern. Massieren Sie es über einen längeren Zeitraum in den Kronrand ein.
Vorsicht bei Zusatzfuttermitteln
Zusatzfuttermittel, die das Hufwachstum fördern sollen, sind oft nur bedingt sinnvoll:
Fokus auf Bewegung: Hufwachstum wird vor allem durch gute Durchblutung gefördert, die durch Bewegung erzielt wird.
Bei Problemhufen: Biotin- und Zink-haltige Mittel können bei Bedarf die Hufstruktur stärken. Stimmen Sie eine Zufütterung jedoch mit einem Tierarzt ab, um schädliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Beschlagzyklus im Winter anpassen
Wenn Pferde beschlagen sind, sollte der Hufschmied auch im Winter regelmäßig kommen:
Winterbeschlag: Ein klassischer Winterbeschlag besteht aus Eisen mit Stollenlöchern und einem Hufgrip, der Eis und Schnee aus dem Huf hält.
Kurze Intervalle: Aufgrund der höheren Belastung durch nasse Böden und größere Sogwirkung am Eisen ist eine engmaschigere Kontrolle sinnvoll.
Fazit
Die richtige Hufpflege im Winter ist entscheidend, um die Gesundheit und Belastbarkeit der Hufe zu erhalten. Mit ausreichend Bewegung auf sauberen, rutschfesten Böden, regelmäßiger Reinigung und passenden Pflegemitteln können Sie Ihre Pferde optimal unterstützen. So kommen sie sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit.
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